Die 38. LVM Saarland Trofeo endete mit einer spannenden und umkämpften vierten Etappe. Auf dem 112,6 Kilometer langen Rundkurs, der unter dem Patronat der LVM Saarland Versicherungen ausgetragen wurde, setzte sich am Ende Alistair Forsyth durch. Er gewann den Schlusssprint vor Sindre Orholm-Lønseth und Luka Maksimović.
Bei bedecktem Himmel und milden Temperaturen gingen 100 Fahrer auf die letzte Etappe. Nach dem neutralisierten Start wurde das Rennen um 10:39 Uhr scharf freigegeben. Schon kurz danach kam Bewegung ins Feld: Erste Attacken sorgten früh für Unruhe, mehrere Fahrer versuchten sich abzusetzen, wurden aber zunächst immer wieder schnell gestellt. Das Feld war von Beginn an aufmerksam und ließ keine Gruppe entscheidend davonziehen.
Bereits in der Anfangsphase zerfiel das Feld zeitweise in zwei Teile. Eine siebenköpfige Spitzengruppe mit Paul Freuis, Toms Strelis, Luan Elsäßer, Hugo-Hendrik Orav, Arvid Lindén, Nik Muršec und Andrii Mechnikov konnte sich kurzzeitig rund 20 Sekunden Vorsprung erarbeiten. Doch auch diese Gruppe wurde nach engagierter Nachführarbeit wieder gestellt.
Die erste Bergwertung sicherte sich Arvid Lindén vor Michael Hettegger, Georgs Tjumins und Gian Müller. Kurz darauf zeigten sich Luan Elsäßer und Paul Freuis erneut aktiv und setzten sich rund zehn Sekunden vom Feld ab. Elsäßer gewann anschließend die erste Sprintwertung vor Freuis und Liam Brugman. Doch auch diese Flucht blieb nicht von Dauer.
Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein typisches Trofeo-Rennen: immer wieder Attacken, kurze Zusammenschlüsse an der Spitze, direkte Reaktionen aus dem Feld und hohes Tempo auf dem Rundkurs. Eine größere Gruppe konnte sich zeitweise lösen, wurde aber ebenso wieder eingefangen wie weitere kleinere Fluchtversuche. Besonders die Niederländer kontrollierten das Rennen über weite Strecken im Feld.
Zur Rennmitte setzte Nils Borrmann ein Ausrufezeichen. Der Deutsche versuchte es als Solist und baute seinen Vorsprung auf bis zu 25 Sekunden aus. Doch auch er wurde später wieder vom Feld gestellt. Die zweite Bergwertung gewann Bjørnar Dahle Flesjå vor Splinter van ’t Hoff, Nils Borrmann und Kristian Haugetun. Kurz darauf entschied Haugetun die zweite Sprintwertung für sich, vor Flesjå und Orholm-Lønseth.
Nach einer etwas ruhigeren Phase nahm das Rennen auf den letzten 40 Kilometern wieder Fahrt auf. Mehrere Fahrer attackierten aus dem Feld heraus, doch die Abstände blieben gering. Die Slowakei und später Slowenien leisteten Führungsarbeit im Feld. Auch Moritz Schwarzer und Delano Heeren versuchten sich an der Spitze, wurden aber bei nur wenigen Sekunden Vorsprung wieder zurückgeholt.
Die dritte Bergwertung gewann Sindre Orholm-Lønseth vor Georgs Tjumins, Arvid Lindén und Lenny Karstedt. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest: Wenn Michael Hettegger das Rennen beenden würde, wäre er Träger des Bergtrikots. Die dritte Sprintwertung sicherte sich Felix Jerzyna vor Liam Brugman und Bjørnar Dahle Flesjå.
Auf den letzten Kilometern wurde es noch einmal richtig spannend. Zehn Kilometer vor dem Ziel lagen Sindre Orholm-Lønseth, Luka Maksimović und Alistair Forsyth knapp vor dem Feld. Immer wieder gab es Attacken aus dem Feld, doch die Spitzengruppe behauptete sich. Fünf Kilometer vor dem Ziel war das Feld zersplittert, vier Fahrer befanden sich in der Verfolgung. Das grüne Trikot war ebenfalls vorne zu sehen und ließ nichts anbrennen.
Zwei Kilometer vor dem Ziel, am Teufelslappen, war der Vorsprung auf nur noch sechs Sekunden geschmolzen. Doch die Spitze rettete ihren knappen Abstand bis ins Ziel. Vor großer Kulisse und toller Stimmung im Zielbereich setzte sich Alistair Forsyth durch und gewann die Schlussetappe der LVM Saarland Trofeo vor Sindre Orholm-Lønseth und Luka Maksimović.
Damit endete eine erneut spannende Rundfahrt, die den Fahrerinnen und Fahrern, Teams, Helferinnen und Helfern, Sponsoren sowie den zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern alles abverlangte. Die LVM Saarland Trofeo hat auch in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, warum sie zu den wichtigsten Juniorenrennen im internationalen Radsport gehört.
Zieleinlauf der 4. Etappe
- Alistair Forsyth
- Sindre Orholm-Lønseth
- Luka Maksimović

- Allgemein
- 14. Juni 2026
